Künstliche Intelligenz im Duell Mensch gegen Maschine

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SOURCE: Photo by Franck Veschi via Unsplash, CC0 Public Domain

Von Maschinen, die in der Lage sind Spielentscheidungen zu treffen, welche die eines menschlichen Spielers übertreffen, geht eine große Faszination aus. Daher sind Entwickler in der Branche schon seit Jahrzehnten dabei ihre Programme mithilfe der künstlichen Intelligenz zu perfektionieren. Darunter versteht man ein Forschungsgebiet, in dem Mechanismen entworfen werden, mit denen Maschinen bzw. Computer intelligentes Verhalten entwickeln können. Intelligenz wiederum ist definiert als die Fähigkeit, insbesondere durch abstraktes logisches Denken, Probleme zu lösen und zweckmäßig zu handeln. Computer sind mit ihrer massiven Rechenleistung in der Lage von einer Datenbank alle möglichen Spielverläufe zu analysieren und den vielversprechendsten Spielzug in kürzester Zeit zu wählen. Dies ist bei Brettspielen wie Schach weniger komplex, da diese keine unbekannten Variablen zulassen und alle Spielfiguren sowie deren Möglicheiten beiden Spielern bekannt sind, auch vollständige Information genannt. Anhand einer riesigen Datenbank, die Verläufe von Schachpartien mit 200 Millionen Stellungen pro Sekunde analysierte, schlug der IBM Computer DeepBlue bereits 1997 den damaligen Schachweltmeister Garri Kasparow.

Poker dagegen unterscheidet sich grundsätzlich von Brettspielen, denn die Karten des Gegenspielers sind dem anderen Spieler unbekannt. Beide Seiten können zu Beginn der Partie nicht wissen, welche Karten es sein werden, die bei gewissen Spielvarianten offen auf den Tisch gelegt werden. Somit handelt es sich beim Poker um ein Spiel mit unvollständiger Information. Diese Unsicherheit wird bei menschlichen Spielern durch Erfahrung, Bluffen, die Höhe des Spieleinsatzes und Intuition begegnet. Beim Poker gibt es mehr als 10160 Entscheidungsoptionen bei denen wichtige Informationen fehlen. Hier wird die künstliche Intelligenz besonders gefordert, um selbst die kompliziertesten Spielverläufe zu bewältigen.

Der Poker-Bot Libratus hat vergangenes Jahr zum ersten Mal die besten menschlichen Spieler der Welt geschlagen. Seitdem wächst der Trend bei Poker-Plattformen in die Entwicklung von künstlicher Intelligenz für die Programmierung ihrer Software zu investieren. Namhafte Anbieter, wie PokerStars, nutzen künstliche Intelligenz, um eine Reihe von verschiedenen Programmen zu entwickeln. Diese sollen in der Lage sein individuelle Spielzüge zu lernen und zu analysieren, um die erfolgversprechendsten Spielentscheidungen zu treffen. Auch der Poker-Bot, DeepStack, gewann gegen zehn von elf Spielexperten. DeepStack ist dabei der erste Bot, der die menschliche Intuition imitiert. Dafür ist die Fähigkeit des maschinellen Lernens verantwortlich. Der Poker-Bot ist dabei durch Algorithmen mit Daten trainiert, um anschließend eigenständig eine passende Lösung für ein Problem zu finden und systematisch besser zu spielen als die Pokerprofis. Die Entwickler erreichten dies damit, dass sie DeepStack in Millionen von Partien gegen sich selbst antreten ließen. Damit wurde das sogenannte neuronale Netz ausgebildet, das eine Form von künstlicher Intelligenz ist, vergleichbar mit der Lernfähigkeit der Nervenzellen des Gehirns. Letztendlich entwickelte DeepStack eine eigene Intuition, die ihm ein „Gefühl“ für den Verlauf einer Partie ermöglicht.

Im Gegensatz zu anderen Poker-Bots, welche einen Spielverlauf von Anfang bis Ende kalkulieren, fokussiert sich DeepStack in maximal fünf Sekunden ausschließlich auf den nächsten Spielzug. In der Fachsprache nennt sich die Taktik „lokale Strategie“.

Unabhängige Experten zeigen sich von der überragenden Leistung beeindruckt. „DeepStack kann überzeugend bluffen und ist in seiner Spielweise nicht mehr von Menschen zu unterscheiden“, meint Christian Bauckhage vom Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme. Was die Welt der Technologie in Sachen künstlicher Intelligenz bereits geschafft hat, ist bemerkenswert und bahnbrechend. Da bleibt es spannend, zu sehen, was die Zukunft in diesem Bereich bereithält.

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Mein Name ist Mischa Kraus, ich bin wohnhaft in Allschwil (Schweiz) und Betreiber von Fraggit.de. Neben dem Projekt Fraggit.de und, einigen weiteren Projekten unterstütze ich Web-Projekte in Planung, Aufbau & Administration. Am liebsten befasse ich mich mit Apple, Wordpress & anderem Technikkram ;)

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